Zinkpest & Co.

Zinkpest bei Dampfmaschinen

Bei den älteren Fleischmann Dampfmaschinen aus den Jahren bis etwa 1952 treten an den Maschinenteilen aus Zinkguss wie Lagerböcken, Schwungrädern oder Fliehkraftreglerfundamenten oft die sogenannte Zinkpest oder besser Zinkkorrosion auf.

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H. Zinkpest hat ganze Arbeit  geleistet ...

 

Mögliche Ursachen hierfür sind ungünstige oder verunreinigte Legierungsmischungen und/oder Fehler im Fertigungsprozess. Hochwertigen und reine Zinklegierungen standen zumindest von 1939 bis 1945 nur der Rüstungsindustrie zur Verfügung. Nach dem Krieg waren diese Legierungen aufgrund der allgemeinen Rohstoffknappheit  bis etwa 1952 noch nicht wieder voll verfügbar.

Bei der Zinkpest kommt es zu Zersetzungserscheinungen des  Metallgefüges, die zu Rissbildungen, Brüchen und letztendlich zur vollständigen  Zerstörung der betroffenen Teile führt. Diese Zersetzungserscheinungen kommen von innen heraus. Immer kommt es zu einem “Wachstum” und zu einer Verformung  der Bauteile. Typisch für die von der Zinkpest befallene Teile ist eine schuppenartig zerfallende Oberfläche.

Das Phänomen ist unaufhaltbar. Alle Versuche, die von der Zinkpest betroffenen Teile durch Einölen oder durch Kunstharze zu stabilisieren sind absolut zwecklos. Die von der Zinkpest verformten Schwungräder können auch nicht gerichtet werden! Durch die Korrosion werden die betroffenen Räder extrem spröde und brechen bei der geringsten Belastung. Dampfmaschienen, bei denen Teile des Aggregats von der Zinkpest betroffen sind, sollten auf keinen Fall mehr betrieben werden.

Große Temperaturschwankungen, Temperaturen unterhalb des jeweiligen Taupunktes und hohe Luftfeuchtigkeit beschleunigen den Zerfall der Teile.  Die beste Lagerung von Teilen aus Zinkdruckguss ist die gleichmäßig temperierte Wohnung mit einer Luftfeuchtigkeit von ca. 60%

Letztendlich bleibt nur der Ersatz der betroffenen Teile. Dies gestaltet sich jedoch nicht ganz einfach, da es neue Ersatzteile von Fleischmann so nicht mehr gibt.

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... aber die Kollegen von der Reparatur- und Ersatzteilschmiede sorgen für Nachschub.

 

 

Entzinkung bei Dampfkesseln

Bei der Entzinkung handelt es sich um eine  weitere Korrosionsart, die bei wenigen Fleischmann Dampfmaschinen auftritt. Betroffen sind vor allem die Messingkessel aus Kupfer/Zink Legierungen mit mehr als 20% Zinkanteil. Kupfer wird bei diesem Korrosionsvorgang meistens als schwammige  Masse aus dem Messing abgeschieden. Das Zink bleibt entweder in Lösung oder lagert sich in Form von basischen Salzen über der Korrosionsstelle ab. Die Entzinkung kann örtlich begrenzt oder flächig ausgebreitet auftreten. Die betroffenen Stellen verfärben sich hierbei kupferrot und weisen praktisch keine Eigenfestigkeit mehr auf.

Die Entstehung dieser Korrosion setzt Schichten aus Kalk oder sonstige Ablagerungen von Fremdteilen auf der Messingoberfläche voraus. Wasser mit erhöhtem Chloridgehalt bzw. weiches Wasser begünstigt bei höheren Temperaturen das Auftreten der Entzinkung.

Deshalb sollte man beim Betrieb der Dampfmaschinen auch kein reines destilliertes Wasser benutzen, sondern diesem immer etwa ein drittel kalkhaltiges Trinkwasser beimischen .

Entzinkung

Bei diesem Kessel kann man deutlich die kupferfarbenen Flecken der Entzinkung erkennen. Zum Glück tritt diese Korrosion nur punktuell auf. Bisher habe ich auch nur Kessel aus den Jahren 1953/54 gesehen, bei denen die Entzinkung auftritt.

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